Sonntag, 15. August 2010

Heute vor vier Jahren....


  
Manfreds Geburtstag in der Klinik, zwei Monate nach dem Anfall.


Das war sehr emotional gewesen: Manfreds erster Sportplatzbesuch.
 


 Schwimmen mit Gurt


Ui, war das immer ein Akt... Manfred war durch die Unbeweglichkeit nicht so einfach auf das Pferd zu bekommen (unzählige Variationen wurden probiert... Dies war die beste Aufstiegsmöglichkeit). Und das Pferd hatte Angst vor solch' seltsamen Aktionen.
 

 Ergotherapie


Sehr oft werde ich angeschrieben, nachdem mein Profil gelesen wird, wie genau das mit dem Schlaganfall von Manfred war.

Heute, vier Jahre nach dem Schlaganfall, möchte ich Euch schreiben was an diesem Tag geschah:

Es war an einem Dienstag und Manfred war krank zu Hause, weil er sich beim Fussball das Knie verdreht hatte.
Hannakind hatte ihren 2. Waldtag und es war so, dass ich den Vormittag mit ihr im Wald hätte verbringen sollen. 
Sie kam, nachdem sie wach wurde, zu uns ins Bett gehüpft, um noch einen Moment zu kuscheln. Sie schäkerte noch mit Papa.
Als ich aufstehen wollte, sprach Manfred so undeutliches Sätze, die ich nicht verstehen konnte.
Ich foppte ihn noch in die Seite und wollte fragen, was er eigentlich meinte...
Da sah ich schon, das die komplette rechte Seite verzehrt war, und Manfred sich unkoordiniert bewegen wollte.
Sofort rief ich den Notruf.

Notarzt und Hubschrauber waren auch innerhalb von wenigen Minuten bei uns.

Manfred wurde umgehend auf die Stroke Unit eingeliefert.
3 Tage lag er im Koma. Die grösste Angst war die Ungewissheit...
Nicht zu wissen warum er den Schlaganfall bekam. Könnte der nächste Anfall bald folgen?
Manfred hat sich immer sehr gesund ernährt, hat nicht geraucht und getrunken (naja, das schon ab und an *gg*)! 
..war er doch Leistungssportler...
Er spielte Fussball, lief Marathon, fuhr Mountainbike.

Die Ursache war, dass die Halsschlagader gerissen war. 
Das Blut suchte sich zwischen Innen-/+Aussenhaut eine neue Laufbahn, und so verstopfte dann die Hauptschlagader (sehr laienhaft erklärt…).

Er hatte solches Glück, dass er so schnell in die Klinik eingeliefert worden ist. 
Und so konnte eine halbe Std. nach dem Anfall mit der Therapie begonnen werden!!

Wäre Hannakind nicht zu uns ins Bett gekommen, wäre ich aufgestanden und hätte Manfred schlafen lassen.
Ich wäre erst 5 Std. später zu Hause gewesen...

Hannakind war Manfreds Schutzengel.

Nach der Stroke Unit kam die Therapie.
Bis Dezember 2006 hat er hart an sich gearbeitet, und hat es so aus dem Rollstuhl geschafft. Auch sprechen musste neu erlernt werden. 
Farben und Zahlen waren dabei die grösste Hürde.

Daheim ging es mit den Therapien weiter: Ergo, Logo, Krankengymnastik, reiten, schwimmen...

Bis heute ist der rechte Arm unbeweglich und das Bein hinkt.
Aber das ist nichts zu dem, was hätte sein können...

Es hat sich alles verändert, was nicht heisst, dass sich unser Leben negativer gestaltet hat!
Wir mussten uns nur der neuen Situation anpassen!

Das, was Manfred bis heute unendlich fehlt ist der Sport.
Halbseitig eingeschränkt zu sein, vermindert das Sportangebot auf so ziemlich alles.
Also Schach z.B. zählt für ihn nicht zum Sport :)))

Heute ist nicht der Tag, an dem so Schlimmes passierte...
Heute ist der Tag, an dem Manfred sein zweites Leben geschenkt wurde :-D

Ich bin so stolz auf ihn, wie er alles schafft und noch immer ein ganz liebevoller Vater und Mann ist!

Sooo, das war jetzt ein kleiner Einblick :)

Morgen geht es dann wieder fröhlich-bunt weiter!

Euch liebe Grüsse,